Wacken-Jiaogulan

Das sogenannte „Unsterblichkeitskraut“, wie man Jiaogulan in der deutschen Übersetzung nennt, ist weltweit die wirksamste Pflanze in der komplementärmedizinischen Krebsbehandlung. Jens Rusch brachte sie 2004 aus Südostasien mit. Seither verwendet er sie als Krebsbetroffener in einer gewissenhaften Selbsttherapie und gilt nach seinem überlebten Zungengrundtumor als sogenannter „Longtime survivor“.

Wissenschaftliche Untersuchungen, Laborstudien und die Erfahrungsmedizin der TCM (Traditionelle chinesische Medizin) bestätigten seine eigenen Beobachtungen. Er baute Treibhäuser und sammelte die Erfahrungsberichte anderer Krebs-Betroffener. https://www.jiaogulan-rusch.com/erfahrungsberichte/

Ob die wertvollen Pflänzchen sich auch im norddeutschen Freiland behaupten können, soll nun ein Feldversuch zeigen, der auf dem Wacken Open Air 2023 begann.

„Gesunde Metalheads“ wünschen sich auch die an dieser Pflanzaktion beteiligten Mitglieder der Wackener Selbsthilfegruppe Anders ? = Anders !, die spontan die etwa 120 Zuchtstämme mit dem Holy Ground in einer für sie typischen Zeremonie vermählten. Sie wollen sich auch künftig mit zeremoniellen Gießaktionen um das Wohl der „Wacken-Jiaogulan“ kümmern.

„Wenn alles gut geht, haben wir hier den Grundstock für eine ganz besondere Kultur in die Erde auf einem Acker gesetzt, die von den lauten Schwingungen härtester Metalmusik seit über dreißig Jahren durchdrungen wird“, so umreißt Jens Rusch einen seiner Kerngedanken. Eine Kultpflanze, die auf einer Kultstätte gedeiht, optimaler kann er sich diesen Versuch kaum vorstellen.

Seine Vision: „Ich möchte, dass sich auf künftigen Festivals an dieser Stelle krebsbetroffene Metallheads kostenlos an unseren Pflanzen bedienen können. Ich kann nur an alle appellieren, dabei die Wurzeln nicht aus dem Boden zu reißen, damit alle etwas davon haben und die Pflanzen sich weiter entwickeln können.“

Er hat sich für die Pflanzen von der Landespflanzenschutzbehörde einen Pflanzenpass ausstellen lassen, der seine Jiaogulan als „nichtinvasiv“ auszeichnet, um etwaigen Bedenken begegnen zu können. Immerhin gedeiht diese zaghafte Kultur in einem landwirtschaftlich genutzten Umfeld.

Alle Fotos: Sönke Dwenger